Titel-Liste: 1. Starlit Night (9:31)
2. Slippers For A Cradle (3:41)
3. Red And Blue With Cold (5:28)
4. Your Long Golden Hair (6:44)
5. Man In The Moon (6:18)
6. The Match Girl (3:17)
7. The Fire (6:16)
8. The Feast (4:31)
9. Peace On Earth (1:39)
10. Falling Star (4:46)
11. Take Me With Your Grandma (1:17)
12. Your Body Lies Frozen (8:22)
 Kommentar: Wie es weitergeht in Hans Christian Andersens traurigem Märchen vom „Mädchen mit den Schwefelhölzern“, erzählt dieses berührende Schauspiel mit Live-Musik, in dem sich die Londoner Kultband The Tiger Lillies von ihrer verträumten, melancholischen Seite zeigt. Und dennoch schwingt auch hier der typisch schräge Unterton des schwarzen Humors mit, der in ihren bizarren musikalischen Arrangements an die Songs von Kurt Weill und Bertolt Brecht erinnert, durchsetzt mit schummrigem Blues und seufzenden Klezmer-Klängen. Die Szenerie versetzt uns zurück in die Zeit des dänischen Märchendichters Hans Christian Andersen (1805–1875). In einem zauberhaft ineinander verschachtelten Bühnenraum, einem romantisch-schrulligen Jahrmarkt-Theater aus dem 19. Jahrhundert nachempfunden, entfaltet sich die eindringliche Geschichte als poetische Sequenz fantastischer Traumbilder. Martyn Jacques, musikalischer Kopf der Tiger Lillies, hat einen musikalisch-poetischen Rahmen aus zwölf schaurig-schönen Balladen geschaffen, den Regisseur Dan Jemmett behutsam, aber auch schonungslos realitätsnah mit dynamischen Bildern illustriert: Wie in einem riesengroßen Bilderbuch geben die roten Vorhänge Szene für Szene, Song für Song den Blick frei auf die Stationen, die das kleine, verlassene Mädchen, anrührend zerbrechlich verkörpert durch Laetitia Angot, in dieser frostigen Nacht durchlebt und durchleidet. Die Figur des alten Mannes, der sich anstelle von Schwefelhölzern an billigem Whisky zu wärmen versucht, erinnert an die skurrilen Gestalten beckettscher Prägung. Seine Rolle changiert zwischen der eines versoffenen Conférenciers und einer imaginierten Vaterfigur. Mit diesem dramaturgischen Kniff erschafft Dan Jemmett ein theatrales Bindeglied zwischen dem romantisierenden Pathos und der unverhohlenen Grausamkeit des Märchens.
Eine zu Herzen gehende Geschichte, deren Schluss für das Mädchen unweigerlich den Tod bedeutet. Daran gibt es nichts zu deuteln, wie Martyn Jacques’ unbarmherzig schneidende Falsett-Stimme bereits zu Anfang verkündet: „You’ll lose your life, you won’t last the night.“
Doch es wären nicht die Tiger Lillies, würde da nicht immer wieder die Spannung durch groteske Komik aufgelöst und der bittere Ernst durch samtweiche, swingende Melancholie gemildert. „Andersen on the rocks“, schrieb die dänische Zeitung Politiken. Martyn Jacques, Texte und Komposition
Dan Jemmett, Regie
Dick Bird, Bühnenbild | Sylvie Martin-Hyzcka, Kostüme | Arnaud Jung, Lichtdesign
The Tiger Lillies
Martyn Jacques, Gesang, Akkordeon | Adrian Huge, Percussion | Adrian Stout, Kontrabass
Gerlinde Sonnleitner, Violine | Cordelia Kirchmayr, Viola | Alexander Rauscher, Cello | Christian Kolonovits, Arrangements Streicher |
 |
Musiker: The Tiger Lillies:
Martyn Jacques
Adrian Stout
Adrian Huge
 Gastmusiker: Strings:
Andrea Hahn
Cornelia Kirchmayr
Alexander Rauscher
 Produziert: Christian Kolonovits
 Arrangiert: Christian Kolonovits
 Aufgenommen: Vienna Odeon

|